Impfskandal

Schweinegrippe: Dilettantische Veträge, gigantische Gewinne

Für den britischen Pharma-Riesen GlaxoSmithKline ist die Schweinegrippe in Deutschland nicht nur ein lukratives, sondern auch ein sicheres Geschäft. Denn nahezu alle Risiken für die Impfung scheinen zu Lasten von Bund und Ländern zu gehen. Das geht aus dem Vertrag hervor, den das Bundesgesundheitsministerium und die Bundesländer zur Bereitstellung eines Pandemie-Impfstoffes abgeschlossen haben. Panorama dokumentiert hier im Blog das unglaubliche Vertragswerk.

Es war ein dramatischer Appell gegen die Impfmüdigkeit: Trotz des Abflauens der Schweinegrippe in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) die Bevölkerung vehement zur Impfung gegen das Virus aufgerufen. Spätestens im Frühjahr drohe eine zweite Grippewelle. Und die Ständige Impfkommission (deren Mitglieder immer wieder durch eine ungewöhnliche große Nähe zu Pharmakonzernen auffallen) erweiterte ihre Empfehlung: Auch gesunde Kinder und Erwachsene sollen sich nun impfen lassen.

Dabei ist die Impfmüdigkeit in der Bevölkerung nur allzu verständlich: Nach der anfänglichen Hysterie in Politik und Medien verläuft die neue Grippe nun doch weitaus milder als erwartet. 86 Menschen – zumeist mit Vorerkrankungen – sind in Deutschland laut Bundesgesundheitsministerium bisher gestorben, bei der saisonalen Grippe sind es jedes Jahr hundertmal so viel.

Warum also von schon wieder ein derartiger Appell, nachdem sich die Verunsicherung um die Gefahren der Schweinegrippe und die Verträglichkeit des Impfstoffes gerade etwas gelegt hatte? Die Antwort ist naheliegend: Das Zeug muss weg! Nur knapp sechs von insgesamt 50 Millionen bestellten Dosen des Impfstoffes sind bisher aufgebraucht. Kam man erst mit der Versorgung nicht nach, bleiben die Bundesländer nun auf den Pandemrix-Bergen sitzen – und damit auf den Kosten. Nicht genutzte Dosen sollen jetzt sogar ins Ausland verhökert werden. Großer Gewinner: Der Pandemrix-Hersteller GlaxoSmithKline (GSK), der seinen Umsatz um geschätzte 1,5 Milliarden Euro steigern konnte.

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